Regelmäßig informiert der Tiroler Blinden- und Sehbehinderten-Verband über Aspekte rund um das Thema „Sehbehinderung und Beruf“. Mag. Thomas Jenewein vom Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Soziales, Fachbereich „Rehabilitation und Behindertenhilfe“, hat im Februar 2012 über aktuelle Entwicklungen in seinem Bereich berichtet. Außerdem wurden Fragen der Teilnehmer kompetent und ausführlich beantwortet.
Die Zusammenfassung des Themenabends
Im Februar waren 34 Schülerinnen und zwei Lehrpersonen des Gymnasiums Kettenbrücke im Rahmen eines Projekttages im Hause des Tiroler Blinden- und Sehbehindertenverbandes zu Gast. Die interessierten Schülerinnen haben einen intensiven Einblick in den Alltag eines blinden oder sehbehinderten Menschen bekommen. Ein Tag voller neuer Eindrücke, Emotionen und Perspektiven.
Am 14. Februar waren vom Amt der Tiroler Landesregierung die Mitarbeiter des Referats „Rehabilitation und Behindertenhilfe“ mit ihrem Leiter Mag. Thomas Jenewein zu Gast beim Tiroler Blinden- und Sehbehinderten-Verband. Im Rahmen eines Austausches, der das gegenseitige Verständnis gestärkt hat und Einblicke in die jeweiligen Tätigkeitsfeder gegeben hat, konnten die rund 20 Mitarbeiter der verschiedenen Tiroler Bezirkshauptmannschaften und des Magistrats Innsbruck wertvolle Erfahrungen sammeln.
Neben der Selbsterfahrung beim „Frühstück im Dunkeln“ mit Informationen rund um die Leistungen der Rehastelle des TBSV stand vor allem das Kennenlernen der verschiedenen Lesegeräte, die im privaten Bereich auch vom Land Tirol gefördert werden, im Mittelpunkt. Anschließend standen die Experten des TBSV für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Die Fragen der interessierten Mitarbeiter des Amts der Tiroler Landesregierung reichten von „Wie treten Klienten mit euch in Kontakt?“ bis hin zu „Gibt es noch Wohneinrichtungen rein für blinde Menschen in Tirol?“. Laut Wolfgang Berndorfer, Leiter der Beratungsstelle beim TBSV, ist eine reine Blindheit oder eine Sehbehinderung noch kein Grund für das Wohnen in einem Heim. Außerdem wurden die Teilnehmer auch im Bereich „Barrierefreiheit“ sensibilisiert. Dieser hört nicht nach rollstuhlgerecht auf, sondern umfasst für blinde und sehbehinderte Menschen auch den richtigen Einsatz von Beleuchtung, Kontrasten und akustischen Hilfen.
Der TBSV freut sich auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Land Tirol!
Seit über 65 Jahren ist der TBSV die einzige Anlaufstelle für blinde und sehbehinderte Menschen in Tirol. Wenn der Übergang von der Schule in den Beruf oder eine berufliche Neuorientierung ansteht, sind die Mitarbeiter des Projekts sehensWert die richtigen Ansprechpartner. Wie groß der Bedarf an spezieller Berufsvorbereitung für blinde und sehbehinderte Menschen in Tirol ist, beweißt die bisherige Bilanz: Seit dem Start des Projekts sehensWert im Jahr 2008 wurden über 200 Menschen vom TBSV im beruflichen Umfeld begleitet.
Die Pädagogische Frühförderung des TBSV leistet wertvolle Arbeit. Betroffene Kinder und deren Eltern werden flächendeckend in ganz Tirol von der Geburt bis zur Einschulung mobil betreut. Leiterin Maria Gandler gibt Einblicke in die Welt eines blinden Kindes. Welche Spielsachen sind interessant und wie können auch Eltern daheim die Entwicklung ihres Kindes fördern? Es ist die Aufgabe und Kunst der Frühförderin, ein Gleichgewicht zu schaffen zwischen strukturierten Lernerfahrungen und freien, spielerischen Anregungen. Sie schafft die Möglichkeit, die alltäglichen Dinge in ihrer Vielfalt in der natürlichen Umwelt kennen zu lernen.
Maria Gandler berichtet über ihre Erfahrungen
Ab 1. Jänner 2012 müssen Blindenführhunde von Taxilenkern befördert werden. Diese Regelung konnte der Dachverband des Tiroler Blinden- und Sehbehinderten-Verbands (TBSV), der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV), in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer-Fachgruppe für die Beförderungsgewerbe mit PKW erreichen.
Die offizielle Pressemitteilung finden Sie hier
Der 18-jährige Selim absolviert derzeit im Rahmen des Projekts "sehensWert" ein Praktikum beim TBSV. In seiner Zeit bei uns, wird er zur Fachkraft in eigener Angelegenheit ausgebildet. Welche Herausforderungen er sich stellen muss, erfahren Sie auf der kommenden Seite
Hier geht's ausführlichen Bericht
Die Beratungsstelle des TBSV hat in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen einen nützlichen Leitfaden für den Umgang mit blinden und sehbehinderten Patienten und Patientinnen erstellt. Dieser soll vor allem medizinischem Personal helfen, die besonderen Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Menschen zu verstehen. Der Leitfaden kann online heruntergeladen und ausgedruckt werden. Auf Wunsch senden wir Ihnen den Leitfaden auch per Post.
Der TBSV hat als Projektpartner der Handelskette SPAR die "Symbolische Haltestelle", eine Einkaufshilfe für blinde und sehbehinderte Menschen mitentwickelt. In 14 SPAR-Filialen in Innsbruck wird das System derzeit getestet. Per Knopfdruck, an einer Säule im Eingangsbereich, können blinde und sehbehinderte Menschen eine persönliche Einkaufshilfe anfordern. Die SPAR-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden im Vorfeld durch den Tiroler Blinden- und Sehbehinderten-Verband zum Thema "Sehende Begleitung" geschult. Vorerst läuft das Projekt in Innsbruck und Salzburg - ein Ausbau ist nicht ausgeschlossen.
Die offizielle Pressemitteilung finden Sie hier
Der TBSV hat im Rahmen des Tag des weißen Stockes auf die Gefahrenquellen im Straßenverkehr für blinde und sehbehinderte Menschen in Tirol aufmerksam gemacht. Vor allem Elektro-Fahrzeuge stellen eine potentielle Gefahrenquelle dar, da diese bei niedrigen Geschwindigkeiten nicht hörbar sind. Bei der Pressekonferenz mit anschließender Demonstration unter der Dunkelbrille konnten sich auch Verkehrs-Stadtradt Ernst Pechlaner und Vize-Bürgermeister Franz X. Gruber persönlich davon überzeugen. Alle sind sich einig: Es muss gehandelt werden!.
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