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Richard Payr 1977-2008

Richard Payr

27. August 1977 – 04. Juli 2008


Schweren Herzens nehmen wir Abschied von unserem geschätzten Obmann und Geschäftsführer, Herrn Richard Payr.

„Das Leben ist kurz und von unendlichem Wert,
denn es birgt den Keim der Ewigkeit in sich.“

Wir werden in Deinem Sinne weiterarbeiten.

Vorstand und Leitung des
Tiroler Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes (TBSV)


Deine Kraft, Dein Enthusiasmus und Deine Wertschätzung werden uns weiterhin beflügeln. Wir vermissen dich nicht nur als unseren Leiter, sondern vor allem als Kollegen und Freund!

MitarbeiterInnen und KollegInnen


Ein Leben für blinde und sehbehinderte Menschen

Seit 2001 war Richard Payr der geschäftsführende Obmann des Tiroler Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes (TBSV). Als selbst Sehbehinderter war es ihm ein besonderes Anliegen, seinen Schicksalsgenossen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen – für sich selber konnte er dieses Ziel erreichen.

Das war kein leichter Weg für den selbstbewussten Mann, da sein Start ins Leben besonders schwer war. Payr kam am 27. August 1977 mit Grünem Star in Lienz/Osttirol zur Welt. Bereits mit zweieinhalb Jahren musste er operiert werden. Das war die erste von über 30 Operationen, die der Tiroler überstehen musste. Sein Sehvermögen konnte er auf Grund von diversen Komplikationen nie vollständig erlangen. Seine Sehkraft beschränkte sich auf rund ein Zwölftel.

Den Kindergarten besuchte er in seiner Heimat Virgen. Die Volksschule begann er in St. Johann in Tirol. Der Umzug erfolgte aus beruflichen Gründen seiner Mutter Marlene, die im Bezirk Kitzbühl einen Job als Kellnerin bekam. Wegen seines schwachen Sehvermögens benötigte Payr aber eine fachkundigere Ausbildung. Er beendete die Volksschule im Sonderpädagogischen Zentrum für blinde und sehbehinderte Kinder in Innsbruck. Dort wohnte der damals Siebenjährige für ein Jahr im Internat, bis dann auch seine Mutter mit seinem Stiefvater und den beiden Brüder nach Innsbruck zog. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Hauptschule zog es Payr im Herbst 1993 an das Bundesblindenerziehungsinstitut (BBI) nach Wien. Dort machte er eine Ausbildung zum Telefonisten und Stenotypisten. Doch er wollte mehr im Leben erreichen. Deshalb ging er zurück nach Innsbruck und errang im zweiten Bildungsweg am Adolf-Pichler-Gymnasium die Matura im Mai 1997.

Im selben Jahr wurde Payr auch für den TBSV tätig. Zunächst arbeitete er als Jugendvertreter. 1999 wurde der damals 21jährige zum zweiten Obmann Stellvertreter des TBSV gewählt. Seine berufliche Karriere verfolgte er trotz dieser ehrenamtlichen Tätigkeiten zielstrebig. Er wurde Finanzberater und arbeitete drei Jahre in diesem Beruf.

Auf der Generalversammlung des TBSV im Jahre 2001 machten ihn die Mitglieder dann zum jüngsten Obmann und Geschäftsführer eines Blinden und Sehbehinderten - Selbsthilfevereines. Seitdem setzte er sich intensiv für die Interessen blinder und sehbehinderter Menschen in Tirol ein. 2004 begann er ein Sozialmanagement Studium in Salzburg.

Sein wohl wichtigstes Projekt und Lebenswerk ist das Blinden- und Sehbehinderten-Zentrum Tirol. Trotz seiner schweren Krankheit widmete er dieser Arbeit seine ganze Kraft und Aufmerksamkeit. Seine Vision wurde mit der Fertigstellung und der Eröffnung zur Realität. Die TBSV Funktionäre, seine Mitarbeiter, Freunde und Kollegen werden jetzt daran arbeiten, seine Vision in die Zukunft zu tragen.

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Letzte Änderung am 07.07.2008