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Fachkraft in eigener Angelegenheit

Eine Sehbehinderung zu verstehen, ist nicht ganz leicht, nicht einmal für die Betroffenen. Dabei sind die Kommunikation und der Umgang mit sehbehinderten Menschen viel einfacher, wenn die Betroffenen über die eigene Behinderung möglichst gut Bescheid wissen. Wir helfen im Rahmen des Projekts "sehensWert", die eigene Sehbehinderung und deren Auswirkungen besser zu verstehen.

Worin besteht meine Sehbehinderung?

Augenpartie von Wolfgang Berndorfer. Durch Anklicken wird das Bild auf einer neuen Seite vergrößert angezeigt.

Um die eigene Behinderung erfolgreich bewältigen zu können, ist es sehr hilfreich, sich neugierig mit ihr zu beschäftigen. Welchen Namen hat sie, was sind eigentlich die Ursachen und wie kann sie sich entwickeln? Wie funktioniert eigentlich das Auge und welche Funktionen hat das Sehen? Ein Verständnis für diese Fragen ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, die Behinderung zu akzeptieren und in die eigene Persönlichkeit zu integrieren.

Wie wirkt sich meine Sehbehinderung aus?

Menschen können mit den Augen Farben erkennen, kleine Schriften lesen, etwas in den Augenwinkeln bemerken, sich an unterschiedliche Lichtverhältnisse anpassen, Blickkontakt aufnehmen und vieles mehr. All diese Funktionen können je nach Sehbehinderung beeinträchtigt oder verloren sein. Für sehbehinderte Menschen ist es wichtig, die Funktionen eines gesunden Auges zu kennen und das eigene Sehvermögen damit vergleichen zu können. Nur so ist es möglich, auf eigene Probleme hinweisen zu können.

Wie kann ich meine Sehbehinderung kompensieren?

Klienten am Bildschirmlesegeräte.  Durch Anklicken wird das Bild auf einer neuen Seite vergrößert angezeigt.

Wenn ich die Funktionen des Sehens und meine Beeinträchtigungen verstehe, kann ich besser erlernen, mit meiner Sehbehinderung umzugehen. Welche Hilfsmittel kann ich in welchen Situationen einsetzen? Welche Strategien kann ich einsetzen, um mit meinem vorhandenen Sehvermögen, dem Gehör, dem Tastsinn und meinen Erfahrungen die Beeinträchtigungen zu kompensieren? Wie sollte meine Umgebung gestaltet sein, damit ich mich selbständig und sicher darin bewegen kann? Diese Fragen können teilweise in speziellen Trainings erarbeitet werden. Das Erlernen und der Einsatz von Hilfsmitteln und Strategien stellen die Betroffenen aber ständig vor neue Herausforderungen.

Die sehende Umgebung

Die Neugier von anderen Menschen ist oft belastend. Nicht jedem und jeder will ich meine Sehbehinderung offenlegen. Missverständnisse lassen sich aber leichter vermeiden, wenn mein gegenüber von meiner Sehbehinderung weiß. Bei Bewerbungsgesprächen, in Ausbildungsverhältnissen, aber auch in der alltäglichen Kommunikation lässt sich die Sehbehinderung nicht vertuschen. Wenn ich über meine Sehbehinderung klar und offen sprechen kann, wird meine Umgebung weniger ängstlich auf meine Behinderung reagieren. Es wird unter Umständen auch zu Recht als Zeichen der eigenen Reife und Persönlichkeit wahrgenommen.

Meine Umgebung kann in der Regel meine Sehbehinderung schwer einschätzen. Im beruflichen Kontext ist es von zentraler Bedeutung, dass ich Fachkraft in eigener Angelegenheit bin, was meine Sehbehinderung betrifft. Unternehmen, Kollegen und Kolleginnen sind froh, wenn sie sich darauf verlassen können, dass ich selbst meine Bedürfnisse und Grenzen kenne. Ich muss aber auch lernen, meine Bedürfnisse tatsächlich zu artikulieren. Das erfordert in vielen Fällen, über den eigenen Schatten zu springen.

Fachkraft in eigener Angelegenheit werden

Bettina Kloimstein bei einer Sehhilfenabklärung. Durch Anklicken wird das Bild auf einer neuen Seite vergrößert angezeigt.

Es gibt also für Menschen mit Sehbehinderung viel zu lernen: Über das Sehen allgemein, über mögliche Einschränkungen, Hilfsmittel und Techniken. Die Betroffenen müssen sich aber auch auf einen persönlichen Entwicklungsprozess einlassen, um die Behinderung in die eigene Identität zu integrieren. All dies wird aber die Kommunikation mit der sehenden Mitwelt erleichtern. Auf diese Weise können Ängste genommen und Missverständnisse vermieden werden.

Im Rahmen des Projektes "sehensWert" unterstützt der TBSV Menschen mit Sehbehinderung bei diesem komplexen, aber erforderlichen Prozess:

Ein Beitrag von Mag. Wolfgang Berndorfer.

Kurzbeschreibung und Kontaktdaten Projekt "sehensWert"

Logo des Bundessozialamtes, Landesstelle Tirol: Gruppe von Menschen in rot gezeichnet mit Schriftzug in rot unten. Durch Anklicken kommen Sie zur Homepage des Bundessozialamts.

Das Projekt "sehensWert" - "Berufsorientierung und Berufsqualifizierung für Blinde und Sehbehinderte in Tirol" wird finanziert aus Mitteln der Beschäftigungsoffensive der Österreichischen Bundesregierung für Menschen mit Behinderung.