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Projekt "SehensWert“

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Ausführliche Projektbeschreibung

Das Projekt "sehensWert - Berufsorientierung und Berufsqualifizierung für Blinde und Sehbehinderte in Tirol" wurde von der Beratungsstelle des BSVT speziell für Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit im berufsfähigen Alter entwickelt. Ziel ist es, durch entsprechende persönliche Qualifizierung eine Chancengleichheit bei der Erlangung und Sicherung eines Arbeitsplatzes zu erreichen. Unterstützt wird dieses Projekt vom Bundessozialamt.

Motto: Experten in eigener Sache

Mica - einer der Praktikanten des Projektes SehensWert. Durch Anklicken wird das Bild auf einer neuen Seite vergrößert angezeigt.

Chancengleichheit im beruflichen Kontext bedeutet, dass Betroffene von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sowie Kolleginnen und Kollegen als gleichwertig angesehen werden und ihr Arbeitspotential oder ihre Arbeit ebenso. Um Vorurteile rechtzeitig auszuräumen, ist es wichtig, dass Klientinnen und Klienten sich mit der eigenen Sehbehinderung ausreichend auseinandergesetzt haben. Kenntnisse über geeignete Hilfsmittel müssen erworben, Kompensationsstrategien entwickelt und Bedürfnisse adäquat kommuniziert werden. Daher ist der Leitgedanke, der unserem Projekt "sehensWert“ zu Grunde liegt, ganz einfach: Durch persönliche Qualifizierung stärken wir die Menschen mit Sehbehinderung bzw. Blindheit, Experten in eigener Sache zu sein. Die KlientInnen sind so den Anforderungen des Arbeitsmarktes besser gewachsen. Mit entsprechendem Selbstbewusstsein und individuellem Know-how ausgerüstet, sind sie in der Lage, eventuellen Bedenken oder Vorurteilen selbst entgegen zu wirken und ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Spezifische Angebote im beruflichen Kontext

Der erste Schritt, den es zu schaffen gilt, ist der Weg in unsere Beratungsstelle. In einem persönlichen Gespräch werden dann Anliegen sowie Ist-Stand des Sehvermögens, der sozialen Situation und der momentanen Arbeitssituation erhoben. Gemeinsam werden eine Zielplanung erarbeitet und die dazu notwendigen Schritte festgelegt.

Je nach persönlichem Bedarf und Situation können folgende Angebote in Anspruch genommen werden:

Zukünftig würden wir gerne auch Schulungen im EDV- Bereich im größeren Rahmen anbieten, dazu fehlt uns allerdings noch die notwendige Ausstattung – Einzelschulungen sind prinzipiell möglich.

Eine Begleitung auf dem Weg zum Erfolg

Um die oben genannten Punkte anschaulicher darzustellen, wird hier ein ganz konkretes Beispiel beschrieben.

Da Herr Karl (Name geändert) nach dem Konkurs seines letzten Arbeitgebers keinen Arbeitsplatz mehr finden konnte, wendete er sich auf Anregung einer guten Bekannten an uns. In einem ersten Gespräch wurden eine Low-Vision-Abklärung vorgenommen und mögliche Hilfsmittel in diversen Arbeitssituationen empfohlen. Diese konnte Herr Karl zwei Wochen lang unverbindlich testen. Zudem wurde ein weiterer Termin mit der Arbeitsassistenz (Arbas) vereinbart.

In einem weiteren gemeinsamen Gespräch mit einem Vertreter des Arbas wurden mögliche Berufsfelder angedacht. Wir boten Herrn Karl an, ein Praktikum bei uns zu absolvieren, um Stärken konkreter herauszufiltern und um intensiv an Kompensationsstrategien, Umgang mit diversen Hilfsmitteln und Ordnungssystemen zu arbeiten. Außerdem war es wichtig seine verbale Kommunikationsfähigkeit in Hinblick auf Bewerbungsgespräche zu trainieren. Im ersten Schritt ging es um das Bewusstmachen eigener Bedürfnisse und die Definition notwendiger Rahmenbedingungen und in einem zweiten Schritt diese entsprechend kommunizieren zu können.

Auf eigenen Wunsch waren die Einsatzbereiche im Praktikum breitgefächert. Vom Telefondienst, über Aktensuche, Einordnen, Kuvertieren von Briefen, Erstellen von Listen usw. aber auch Servieren an Seniorennachmittagen, Kochen mit selbstständigem Einkauf konnte alles ausprobiert werden. Der Vorteil war, Hilfsmittel, Strategien und Ordnungssysteme in unterschiedlichen Situationen zu testen und zu trainieren. Der geschützte Rahmen – laut Angaben eines Klienten: "Unter Menschen, die mich verstehen“ – bietet Sicherheit und die professionelle Begleitung eröffnete neue Möglichkeiten.

Herr Karl wurde nach dem erfolgreich absolvierten Praktikum in enger Zusammenarbeit mit dem Arbas an zwei weiteren Praktikumsplätzen von uns begleitet. Beide boten Herrn Karl eine Anstellung an, da er sie von seiner Arbeitsleistung überzeugen konnte. Durch die Begleitung, die vor allem in beratender Tätigkeit bestand, fühlten sich die ArbeitgeberInnen entsprechend unterstützt und mögliche Bedenken konnten im Vorfeld bereinigt werden.

Herr Karl hat nun eine feste Anstellung, in einem Betrieb, für den er sich entschieden hat, der seinen Fähigkeiten entspricht und seine Arbeit als sehensWert anerkannt hat.


Fördergeber

Das Projekt

Das Projekt "sehensWert" - "Berufsorientierung und Berufsqualifizierung für Blinde und Sehbehinderte in Tirol" wird finanziert aus Mitteln der Beschäftigungsoffensive der Österreichischen Bundesregierung für Menschen mit Behinderung.

Link zum Bundessozialamt


Kontaktinformationen Projekt "sehensWert"-Team