Immer wieder können Blinde in Begleitung folgende Sätze hören: "Gnädige Frau, möchte der Herr etwas trinken?" oder "Mein Herr, kann die Dame selbst unterschreiben?" oder "Meine Dame, möchte der Herr Platz nehmen?" Statt die behinderte Person direkt anzusprechen, wenden sich viele an die Begleitperson. Lachend entgegnete eine Begleitperson einmal : "Fragen Sie meinen Mann ruhig selbst, er ist wirklich nicht gefährlich!"
Normalsehende Menschen sind so an den Blickkontakt gewöhnt, dass sie sich unsicher fühlen, wenn dieser fehlt. Der Blickkontakt wird mit der Begleitperson aufgenommen und an diese wendet man sich auch spontan. Diese Reaktion ist verständlich, aber nicht angebracht. Blinde und Sehbehinderte sind nicht unmündig!
Wenn Sie einem Blinden etwas anbieten wollen, sprechen Sie ihn oder sie mit dem Namen an, wenn Sie diesen kennen. Ist Ihnen der Name nicht bekannt, berühren Sie die sehbehinderte Person leicht, damit sie weiß, dass sie angesprochen wird, zum Beispiel in einer Gruppe.
Vergessen Sie nicht, die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten aufzuzählen, wenn es solche gibt: "Herr Klaus, wir haben heute folgende Menüs im Angebot... " Das Ausgewählte stellen Sie so vor die blinde Person, dass es leicht erreichbar ist, oder reichen Sie es in deren Hand.
Halten Sie nie das volle Tablett mit Gläsern hin! Blinde können das eigene Glas nicht sehen und das Risiko ist groß, dass beim Abheben eines Glases ein anderes umgestoßen wird.
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