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Betreuung und Hilfe für blinde und sehbehinderte Menschen in Tirol seit 60 Jahren: Am 1. April startet eine landesweite Haussammlung zur Existenzsicherung

Zu seinem 60igsten Geburtstag schlägt der TBSV ein neues Kapitel seiner Geschichte auf: Das Blinden- und Sehbehindertenzentrum Tirol.

Seit nunmehr sechs Jahrzehnten ist der Tiroler Blinden- und Sehbehinderten-Verband (TBSV) die einzige Anlaufstelle für blinde und sehbehinderte Menschen in Tirol. Am Donnerstag, den 30. März 2006 wurde dieses Jubiläum im Neuen Landhaus Tirol in Innsbruck gefeiert. Tagsüber fand eine Ausstellung mit historischen Gegenständen statt. Viele Interessierte bekamen so einen hör- und fühlbaren Einblick in den Alltag blinder Menschen. Beim Festakt am Abend kamen vor allem viele Betroffene zu Wort. Mag. Julian Hadschieff erzählte wie man trotz einer hochgradigen Sehbehinderung zu einem Top-Manager wird. Der blinde Prof. Klaus Guggenberger und die Historikerin Barbara Hoffmann blickten auf außergewöhnliche Weise in die Vergangenheit: Das Licht wurde abgeschaltet und die 150 Zuhörer erlebten den Vortrag als Blinde. Richard Payr, Obmann des TBSV und Selbstbetroffener verdeutlichte in seinem Beitrag die gesellschaftlichen Konsequenzen einer Sehbehinderung. Die Geschichte des TBSV stand aber immer im Mittelpunkt.

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges hatten sich die ersten Betroffenen in Tirol zusammengefunden, um eine eigene Selbsthilfeorganisation zu gründen. Ohne eigene Räumlichkeiten betreuten die Pioniere ihre Klienten von zu hause aus. Erst 1953 konnte ein eigenes Gebäude errichtet werden. „In den ersten Jahren wurde vor allem das Überleben der blinden und sehbehinderten Menschen in den schweren Nachkriegsjahren mit Lebensmitteln und Sachspenden gesichert“, erklärt Payr.

Im Jahr 1949 fand dann erstmals eine tirolweite Haussammlung statt. Damit wurde die Grundlage geschaffen, weitere Verbesserungen zu erreichen. „Damals wie heute sichert diese Sammelaktion die Existenz des Vereins“, sagt Payr. Die kleine Selbsthilfeorganisation konnte sich so mit zusätzlicher Unterstützung durch die öffentliche Hand zu einer der umfassensten Betreuungs- und Beratungseinrichtungen in Österreich entwickeln. „Heutzutage könne wir vielen Betroffenen ein selbständiges und glückliches Leben ermöglichen“, freut sich der selbst sehbehinderte Payr.

Auch Obmann Richard Payr sammelt für den TBSV.

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Letzte Änderung am 26.09.2005