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20 Jahre Frühförderung:

Jubiläum wurde im Alpenzoo zum greifbaren Erlebnis

Magdalena und Sarah durften Dachsdame Jane streicheln.

Kinder kamen Dachsen nah

Für Magdalena (5) und Sarah (4) war heute ein ganz besonderer Tag: Die beiden sehbehinderten Kinder aus Tirol durften die beiden Dachsjungen Tarzan und Jane in ihrem neuen Gehege besuchen. „Sie fühlen sich ganz weich an“, meinte Magdalena beim Streicheln der jungen Dachsdame.

„Mit allen Sinnen die Tiere zu erforschen, zu hören wie sie leben, was sie fressen entspricht unserem pädagogischen Konzept“, sagt Dipl.-Päd. Maria Gandler. Sie ist die Leiterin der Pädagogischen Frühförderung des Tiroler Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes (TBSV.) Regelmäßig besuchen die acht Frühförderinnen des TBSV den Alpenzoo. Dank der Führungen der dortigen Zooschule unter der Leitung von Mag. Eva Oberauer wird der Besuch zu einem greifbaren Erlebnis. Die Dachse sind für die sehbehinderte Kinder besonders geeignet. „Deren schwarz-weiße Streifen sind für sehbehinderte Kinder gut zu sehen“, freut sich Gandler. Das Muster der Dachse steht auch symbolhaft für einen zentralen Bereich der Frühförderung: Die Förderung des Sehens. „In den Anfängen der Sehentwicklung spielen starke Kontraste und klare Muster für unsere Arbeit eine wesentliche Rolle.“

20 Jahre TBSV Frühförderung

Seit zwei Jahrzehnten ist die Pädagogische Frühförderung TBSV in ganz Tirol im Einsatz. 55 Familien mit blinden und sehbehinderte Kindern ab dem 3. Lebensmonat werden derzeit betreut. Aufgabe der geschulten Pädagoginnen ist es, die Kinder zu fördern und die Eltern zu beraten. Eine Sehbehinderung oder Blindheit kann sich auf die gesamte Entwicklung des Kindes auswirken. „Babys beginnen zum Beispiel den Kopf zu heben, weil sie etwas sehen wollen“, erklärt Gandler. Als die Diplompädagogin vor elf Jahren mit ihrer Arbeit begonnen hat, waren es nur 24. „Aufgrund verstärkter Öffentlichkeitsarbeit und regelmäßiger Zusammenarbeit mit AugenärztInnen und Fachleuten hat sich die Zahl verdoppelt“, erklärt Richard Payr, Obmann des TBSV. Trotzdem sind nur 60 Prozent aller blinden und sehbehinderten Kinder in Tirol erfasst. „Es ist daher unser Ziel, dass alle betroffenen Familien von unserem Angebot erfahren“, sagt Payr.

Dachsdame Jane ist sehr eigenwillig und schnuppert lieber an Magdalenas Füßen, als sich weiter streicheln zu lassen.

E-Mail: info@tbsv.org

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Letzte Änderung am 26.09.2005