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Sicherere Kreuzungen für blinde und sehbehinderte Menschen in Innsbruck

Stadträtin Dr. Marie-Luise Pokorny-Reitter, TBSV Verkehrsreferent Dietmar Graff (rechts vorne), Ing. Herbert Schwarz von der Stadt Innsbruck (rechts hinten) sowie Erwin Walch von der Siemens AG Österreich (links hinten) präsentierten die neue Blindenampelanlage.

„Im Verhältnis zu anderen Landeshauptstädten hat Innsbruck mit 85 Blindenampeln die meisten in Österreich“, freut sich der Verkehrsreferent des Tiroler Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes (TBSV), Dietmar Graff. In Zukunft sollen die Kreuzungen noch sicherer für blinde und sehbehinderte Menschen werden. Das berichtet die zuständige Stadträtin Dr. Marie-Luise Pokorny-Reitter. „Ab sofort werden signalgeregelte Kreuzungen mit einem neuen Blindenanforderungssystem der 3. Generation ausgestattet.“

Diese verbesserten Blindenampeln werden von Siemens hergestellt. Am Rennweg (Einmündung Herrengasse, Querung zum Landestheatervorplatz) wurde die erste dieser Art bereits installiert. Die Kosten dafür hat die Firma Siemens übernommen. „Für eine Kreuzung mit vier Schutzwegen werden sich die Kosten auf 9900 Euro belaufen“, weiß Pokorny-Reitter. „Die Selbständigkeit unserer blinden und sehbehinderten Mitmenschen ist uns diese Summe aber wert.“ Die Blindenampeln sind unter anderem deshalb so aufwendig, weil eine hochwertige Technik den sicheren Ablauf garantiert. „Die sehbehinderte Person muss sich auf die Anzeige verlassen können, da es zu lebensbedrohlichen Situationen kommen könnte, wenn die Technik versagt", erklärt Erwin Walch, Leiter der Abteilung Straßenverkehrstechnik für Tirol und Vorarlberg der Siemens AG Österreich.

Das neue System hilft auch Personen mit Sehproblemen leichter über die Kreuzung zu gelangen. Die Kästen der Einrichtung für blinde Menschen haben einen leuchtenden Lichtkranz, der bei der gesamten Grünphase zusätzlich blinkt. „Rund 20 bis 30 Meter vor einer Verkehrsanlage haben blinde und sehbehinderte Menschen die Möglichkeit per Funk das neue Blindenanforderungssystem zu aktivieren,“ erklärt Graff. „Ein Signal leitet die betroffene Person dann zur Ampel hin.“ Dort macht ein langsam tackerndes Geräusch auf eine rote Ampel aufmerksam. Wir dieser Ton schneller, ist die Ampel auf grün umgesprungen. Für gehörlose Sehbehinderte ist dieses Signal auch durch einen vibrierenden Pfeil an der Unterseite dieser Einrichtung ertastbar.

E-Mail: info@tbsv.org


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Letzte Änderung am 26.09.2005