Erstmals lernen blinde und sehbehinderte Menschen die Punktschrift in Lienz
Vor einem Jahr eröffnete der Tiroler Blinden- und Sehbehinderten-Verband (TBSV) seine Filiale im Lienzer Dolomitencenter. Rund 130 Klienten ließen sich seitdem von der TBSV-Mitarbeiterin Edith Strasser beraten. Auch die Frühförderin des TBSV in Osttirol, Agnes Jans, ist mit den neuen Räumlichkeiten zufrieden. „Wir verfügen jetzt über einen Therapieraum und können somit die Kinder besser betreuen“, erklärt Jans, die bereits seit 9 Jahren in Osttirol in diesem Bereich tätig ist.
Der TBSV wird heuer zum ersten Mal Blindenschriftkurse für Betroffene in Osttirol anbieten. Diese aus sechs tastbaren Punkten bestehende Schrift ermöglicht den blinden Menschen das Lesen und Schreiben. „Bisher konnte die Blindenschrift nur in Innsbruck erlernt werden“, sagt der aus Virgen stammende Obmann des TBSV Richard Payr. Der 27jährige leitet die zwei Kurse für Betroffene und Eltern von betroffenen Kindern. „Einige der von uns betreuten Kinder kommen bald in die Schule und damit die Eltern die Hausaufgaben kontrollieren können, wollten wir nun endlich auch in Lienz Kurse anbieten.“
Der TBSV geht davon aus, dass in Osttirol circa 250 Menschen blind oder sehbehindert sind. 150 davon werden vom TBSV betreut. Die 100 nicht versorgten Personen werden vom TBSV allerdings nicht absichtlich im Stich gelassen, sondern es handelt sich dabei um eine Dunkelziffer. „Viele Sehbehinderte haben Hemmungen zu uns zu kommen, weil sie der Ausdruck ´blind´ im Namen unserer Organisation abschreckt oder sie wissen einfach nichts von unserer Einrichtung“, erklärt Payr. „Wir hoffen unseren Bekanntheitsgrad mit der neuen Außenstelle weiter erhöhen zu können, damit wirklich alle die uns brauchen, auch von uns wissen.“
E-Mail: info@tbsv.org
Linkliste:
Bezirksstelle Osttirol