Das räumliche Sehen ist eine Leistung beider Augen in in Verbindung mit Verarbeitungsprozessen im Gehirn. Unsere Augen haben einen Abstand von ca. 6 cm, wodurch vor allem bei Gegenständen in der Nähe zwei unterschiedliche Eindrücke eines Gegenstandes entstehen,die erst im Gehirn zusammengeführt werden müssen (Fusion). Fällt ein Auge aus oder isnd die Sinneseindrücke beider Augen zu unterschiedlich (Schielen, zu hohe Brechungsunterschiede beider Augen), so ist das räumliche Sehen beeinträchtigt.
Aber auch unsere Erfahrung spielt bei der räumlichen Wahrnehmung eine Rolle. Betrachten Sie die folgende beiden Bilder unten. Sie zeigen jeweils eine blaue und eine grüne Fläche, die durch eine Wellenartige Linie getrennt sind.
Sie werden eher geneigt sein, das linke Bild als Darstellung einer Landschaft mit blauem Himmel anzusehen, während Sie in der rechten Darstellung vielleicht einen See mit einer grünen Wiese am Rand erkennen. Einmal ist die blaue Farbe im Vordergrund, das andere Mal im Hintergrund. Warum neigen Sie zu diesen Wahrnehmungen? Sie haben Erfahrungen mit bestimmten Formen und farblichen Anordnungen gemacht und wenden diese auf die Bilder an. Diese Erfahrungen fehlen natürlich bei einer starken Beeintträchtigung des Farbsehvermögens.
Betrachten Sie nun die vier Darstellungen einer ovalen Fläche.
Sie werden eher geneigt sein, die linken Darstellungen als Teller oder Farbklecks anzusehen, während Sie rechts eher Löcher erkennen werden. Warum? Unsere Wahrnehmung empfindet blaue und hellere Flächen als weiter entfernt als krüftige Farben und dunkle Flächen. Bei Farbenblindhait oder reduziertem Kontrastsehvermögen sind diese Wirkungen entsprechend vermindert.
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